Gastritis – was nun? – Ein Handlungs- und Ernährungsleitfaden

Bei mir hat der Stress zugeschlagen. Jedenfalls sagte das der Arzt, nachdem ich mit Magenkrämpfen im Spital gelandet bin. Die Diagnose nach einer Gastroskopie – Gastritis, oder auch Magenschleimhautentzündung.

Bei genauerer Betrachtung dürfte dies bei mir wirklich der Fall sein. Übertraining, Arbeit, 2 Kinder und chronischer Schlafmangel sowie das Gefühl des „Unersetzbar-Seins“,… Auch wenn es mir selbst nicht so aufgefallen war, für meinen Körper war es Streß und er reagierte mit einer vermehrten Magensäure-Ausschüttung.

Also jetzt haben wir den Salat und was tun wir jetzt. Der Arzt hätte mir Magensäurehemmer und Magenschutz für 6 Monate verordnet. Ich dachte nur, was für 6 Monate Medikamente einnehmen??? Dankend lehnte ich ab. Ich möchte hier anmerken, dass dies meine persönliche Entscheidung in meinem persönlichen Fall war bzw. ist. Dies ist kein Aufruf gegen die Empfehlung seines Arztes zu handeln.

Meine nächsten Schritte waren umfassende Informationen einholen. So machte ich auch meine bisherigen Fehler ausfindig und überlegte mir Lösungen dazu:

Fehler Lösung
– Übertraining – langsamer Wiedereinstieg ins Training; Reduzierung des Levels, Ausbau der Regenerationsphasen
– Schlafmangel – mind. 7 h Schlaf pro Nacht (und daran wird nicht gerüttelt)
– zu hastiges, unregelmäßiges Essen – langsames, genussvolles Essen, keine Mahlzeiten mehr auslassen und zu „fixen“ Zeiten essen.
– „zuviel“ Rohkost und Hülsenfrüchte – über diesen Punkt bin ich mir noch unsicher, aber ich will speziell im Winter vermehrt zu gekochtem Gemüse greifen und die Rohkost später nur reduziert essen. Hülsenfrüchte sind zwar gesund, aber schwer verdaulich, daher in Zukunft nur ein mäßiger Konsum
– Ständig 120% Leistung, Multitasking, jede Sekunde Zeit ausnützen. Zu voller „Tagesterminkalender“ mit unzureichenden Pufferzeiten. – Täglich mind. 5 min Yoga bzw. Mediation, am besten in der Früh und am Abend. Zwischendurch öfter „durchatmen“ und „Nichtstu-Pausen“ einlegen (ja, es ist verdammt schwer, aber es geht!!!) Ausreichende Pufferzeiten einbauen. Nicht dringende Vorhaben verschieben.
 – Training mit zu vollem Magen  – nur mehr auf nüchterenen Magen bzw. muss die letzte Mahlzeit mind. 2 Stunden her sein.
 – scharfes Essen  – scharfe Gewürze vom Speiseplan nehmen

Ziel ist es die Entzündung abklingen zu lassen. Das umfasst neben obiger Fehlereleminierung auch eine Ernährung nach Schon- bzw. Vollkost, sowie eine pflanzliche, alternative Teraphie.

Beginnen wir mit den natürlichen Heilmöglichkeiten:

  • Käsepappeltee – empfohlen werden die verschiedesten Tees (zB Kamille, Hopfen, Fenchel, Melisse, Süßholzwurzel, Ingwer) mein Favorit ist jedoch der Käsepappeltee! Er ist schleimhautschützend und entzündungshemmend. Wichtig ist hier ein Kaltauszug um die Schleimstoffe nicht zu zerstören (dazu einfach über Nacht im kalten Wasser ansetzen und leicht angewärmt trinken).
  • Heilerde (abends 1-2TL mit einem halben Glas Wasser verrührt trinken)
  • Leinsamenschleim (dazu am besten 1-2TL Leinsamenmehl oder fein geschroteten Leinsamen über Nacht in einem halben Glas Wasser ansetzen; morgens vor dem Frühstück leicht angewärmt löffeln, gut einspeicheln, dann wird es so richtig schleimig 😉 )
  • homöopathische Globuli (hier sollte man zu einem Homöopathen gehen, da es unterschiedliche Mittel gibt und es auf die Person ankommt, welches zu verwenden ist; in meinem Fall nehme ich Acidum arsenicosum)

Der frühere Begriff der Schonkost wird heutzutage durch eine leichte Vollkost ersetzt. Gemeint ist damit eine leicht verdauliche Kost, welche den Körper nicht belastet und dennoch mit allen nötigen Nährstoffen versorgt.In der ersten Phase, bei starken Schmerzen, kann es hilfreich sein 1-2 Tage zu fasten, und keine Nahrung, sondern nur ausreichend Wasser und Tee zu sich zu nehmen. Ich hatte dies „gezwungener Maßen“ gemacht, als ich im Spital auf meine Gastroskopie wartete. :-(Leicht verdaulich in der ersten Zeit waren für mich:

Schon- bzw. Vollkost:

Der frühere Begriff der Schonkost wird heutzutage durch eine leichte Vollkost ersetzt. Gemeint ist damit eine leicht verdauliche Kost, welche den Körper nicht belastet und dennoch mit allen nötigen Nährstoffen versorgt.

Ich unterscheide hier zwischen einer Kost in der akuten, schmerzhafen Phase und einer Aufbaukost beim Abheilen.

In der ersten Phase, bei starken Schmerzen, kann es hilfreich sein 1-2 Tage zu fasten, und keine Nahrung, sondern nur ausreichend Wasser und Tee zu sich zu nehmen. Ich hatte dies „gezwungener Maßen“ gemacht, als ich im Spital auf meine Gastroskopie wartete. 😦

Danach tastete ich mich langsam an das Essen wieder heran. Hierzu eignen sich dickere Schleim- bzw. Cremesuppen sehr gut.

Leicht verdaulich in der ersten Zeit waren für mich:

Kohlenhydrate/Getreide:

      • Haferflocken (wer hat, unbedingt selbstgeflockt)
      • Buchweizen
      • Gerste
      • Kartoffeln

Gemüse:

      • Kürbis
      • Zucchini
      • Fenchel
      • Knollensellerie
      • Pastinaken
      • Karotten

Zu Beginn verzichete ich auf eiweißhaltige Nahrungsmittel. Später kamen dazu:

      • Tofu
      • Sojamilch

Obst: hier beschränkte ich mich auf

      • Banane
      • Apfelmus

Getrunken habe ich nur stilles Wasser und Tees.

Für das Frühstück kann man sich einen Brei aus Buchweizen oder Haferflocken oder Gerste machen. Entweder mit Wasser oder Sojamilch. Zum Süßen verwendete ich Banane oder Apfelmus. Aus Gemüse und Kartoffeln lassen sich Suppen zubereiten. 

Wenn man sich besser fühlt, dann kann man weitere Nahrungsmittel zufügen, bei mir waren/sind es folgende:

Obst Gemüse Kohlenhydrate Eiweiß Fette
Datteln getr. Spinat Mais Hanfmehl Leinöl
Birne Melanzani Süßkartoffeln Kokosöl
Heidelbeere Rotkraut Maroni
junge Kokosnuss rote Rübe Hirse
 Apfel Kürbis Amaranth
Zucchini Dinkel
Kresse, Rucola, Petersilie u.a. Kräuter  Weizenkörner
Brennessel  Basmativollkornreis
Bärlauch

 

Prinzipiell ist es ein ausprobieren, ein langsames Herantasten an die Lebensmittel. Ich mache das so, dass ich jeden oder jeden zweiten Tag eine kleine Menge eines „neuen“ Lebensmittel hinzufüge und genau darauf achte, wie mein Körper reagiert.

Fett nehme ich immer noch streng reduziert zu mir. Und ich verzichte komplett auf saure Lebensmittel (wie Joghurt, Zitrusfrüchte, „saures“ Gemüse zB Tomaten, Paprika), Hülsenfrüchte (mit Ausnahme von Tofu) und scharfe Gewürze (zB Chili, aber auch Paprika). Tierische Produkte konsumiere ich auch nicht.

Im Zuge der Überlegung was man essen kann, kam auch die Überlegung hinzu, wann und wie zu essen dem Magen gut tut. So ist ein breiiges, warmes Frühstück Balsam für den Magen.

Ich versuche auch immer zu den selben Zeiten zu essen, da sich der Körper darauf einstellt und sich besser für die Verdauung der Lebensmittel vorbereitet. Auch Sport mache ich nur mehr auch nüchternen Magen bzw. muss die letzte Mahlzeit mind. 2 Stunden her sein. Zu spätetes Essen vor dem Schlafengehen belastet den Magen; daher gibt es nach 19:00 nichts mehr. Ebenso mag so mancher Magen Rohkost am Abend so gar nicht.

Hätten wir das Wann geklärt. Das Wie ist aber auch sehr interessant:

Genussvolles, langsames Kauen. Schafft euch eine Wohlfühlatmosphäre beim Essen. Und ja, dass ist schwer. Meine Kinder streiten mit Vorliebe beim Essen (inkl. Hauen und Schreien). Mittlerweile packe ich dann meinen Teller und gehe in ein anderes Zimmer. Oft hat dies zum Effekt, dass einer der beiden kommt, sich entschuldigt und mich bittet wieder mit ihnen zu essen. Das ist dann ein echter Doppelgewinn :-D. Funkt aber nicht immer ;-).

Sehr interessant sind die Erkenntnisse nach Dr. Stanley Bass. Dabei geht es um den Verzehr der Lebensmittel in der richtigen Reihenfolge. Der Magen mischt die konsumierten Lebensmittel nicht durch, sondern verarbeitet diese in genau der Reihenfolge weiter in der sie auch gegessen werden. Jedes Lebensmittel hat aber unterschiedliche Verdauungszeiten. So wird Obst beispielsweise in einer halben Stunde verdaut, für Fleisch benötigt der Körper aber 2-5 Stunden. Isst man Obst zum Nachtisch und hat vorher Fleisch gegessen, so beginnt die Verdauung von Fleisch zuerst. Das Obst beginnt jedoch währenddessen zu gären.

Hinzu kommt, dass jede Lebensmittelgruppe andere Enzyme zur Verdauung benötigt und auch verschiedene Magensäurestärken.

Um nun hier die Verdauung zu entlasten wird folgende Lebensmittel-Verzehr-Reihenfolge empfohlen:

  • Obst
  • Gemüse roh
  • Gemüse gekocht
  • Kohlenhydrate (Getreide, Brot, Nudeln, Reis,…)
  • Proteine (Hülsenfrüchte, tierische Produkte wie Fleisch,…)
  • Fette (Öle, Nüsse,…)

Auch hier soll das Essen langsam und gründlich gekaut werden. Aber auch das Trinken spielt eine große Rolle. So sollte eine halbe Stunde vor dem Essen und eine Stunde nach dem Essen nichts getrunken werden.

Man merkt schon das dies eine weitere Einschränkung beim Genuss von Lebensmittel darstellt. Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich nur zum Teil daran halte. Was ich aber immer beherzige ist rohes Gemüse vor dem Hauptgang (sprich den Salat zuvor nicht dazu – uf, ich hoffe ich kann bald wieder einen essen.) Gekochtes Gemüse esse ich meist vor den Kohlenhydraten. Eiweiß und Kohlenhydrate getrennt zu essen fällt mir oft noch schwer.

Den Rat mit dem Trinken beherzige ich auf alle Fälle. Dieser soll auch dazu beitragen, dass die Magensäure nicht duch Wasser verdünnt wird und dem Magen die Verarbeitung von Lebensmitteln schwerer gemacht wird.

Ein extra-Tipp zum Schluss: Kokosnusswasser. Über die Vorteile des Kokosnussöls habe ich schon einen Beitrag verfasst. Das Wasser der jungen Kokosnuss enthält eine Vielzahl an Nährstoffen und ist zudem leicht verdaulich.

Habt ihr vielleicht auch ein paar gute Tipps zu diesem Thema?

Empfohlene Rezepte zum Thema leichte Vollkost:

Anmerkung: Rezepte, welche ich zum Thema Vollkost erstelle, werden in diesem Beitrag verlinkt.

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Ein Gedanke zu „Gastritis – was nun? – Ein Handlungs- und Ernährungsleitfaden

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